Dienstag, 20. November 2012

Brandenburger beim Gehalt im Osten vorn

Dass das Brandenburger Arbeitsministerium  zurückhaltend auf die Gehaltsstudie von Stepstone reagiert verwundert nicht. Mich verwundert eher die Meldung in der MAZ zu diesem Thema - „Brandenburger beim Gehalt im Osten vorn“ !!!??? Salopp gefragt, wen will man denn eigentlich mit dieser reißerischen Meldung für dumm verkaufen? Erst gestern durfte man lesen „Von 1996 bis 2011 stieg der Anteil der Beschäftigten in Minijobs, Teilzeit, Leiharbeit und mit befristeten Arbeitsverträgen von 19 auf 36 Prozent.“. Und heute sind wir schon ganz vorn?! Das „durchschnittliche Bruttojahresgehalt des BRANDENBURGERS (Keine Unterscheidung nach Fachkraft oder Hilfsarbeiter) beläuft sich laut einer Studie des Internet-Stellenportals „Stepstone“ auf 37905 Euro“ - kann man da lesen. Dazu muss man wissen, und das wird geflissentlich verschwiegen, zu dieser Studie wurden 40.000 Führungs- und Fachkräfte in ganz Deutschland befragt. Das entspricht 0,1 % aller Beschäftigten in diesem Land! Dass es bei den restlichen 99,9 % ganz anders aussehen kann, interessiert offensichtlich nicht. Dass z.B. bei den meisten der von der Bundesagentur für Arbeit angebotenen Jobs um Stundenlöhne im Bereich von 8 bis 9 Euro und damit einem Jahresbruttolohn von weit unter 20.000 Euro geht spielt keine Rolle. Hauptsache man kann erst einmal eine Erfolgsmeldung verkünden! Nur vergisst man offensichtlich, dass viele Menschen solchen Nachrichten nach dem Strickmuster bester DDR-Propaganda keinen Glauben mehr schenken. „Ich bin 69 Jahre alt, Diplom Ingenieur (TU) und noch tätig, weil es Spass macht. Die Länder Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sind mir bestens bekannt. Die Studie ist nicht das Papier wert, worauf sie gedruckt ist. Wo haben die, die Zahlen her, Wunschdenken.“, „Tach. Hab selbst schon mal an so einer Umfrage von Stepstone teilgenommen. Als ich anschließend die Auswertung gesehen habe und das was andere in meinem Job angeblich verdienen sind mir fast die Augen ausgefallen. Heute trage ich in der Firma selbst Personalverantwortung und weiß was die Leute verdienen. Resultat: Man kann locker 20-30% abziehen, dann kommt man der Realität schon näher.“ oder „Ich komme aus Sachsen-Anhalt und arbeite als Techniker. Für das angegebene Bruttojahresgehalt müsste ich aber schon 2 Jahre arbeiten. Jetzt möchte ich aber mal wissen wer die Hälfte meines Bruttojahresgehaltes sich in seine Tasche steckt.“ kann man z.B. dazu in diversen Foren im Internet lesen. Mich stimmt es nur nachdenklich, dass man mehr und mehr auf Mittel zurückgreift, die man aus der ehemaligen DDR sehr gut kannte. Und die offensichtlich dazu dienen, den Menschen ein Bild vorzugaukeln, das es nicht gibt. Das fängt an bei der allmonatlich verkündeten Arbeitslosenzahl, die seit Jahren per Gesetz geschönt wird, und hört auf beim Verkünden von völlig überzogenen, irrealen Durchschnittseinkommen. Und wie schon ihr Vorgänger, die Märkische Volksstimme, so lässt sich offensichtlich auch die Märkische Allgemeine in diese Meinungsbildungsmaschinerie einspannen – leider.

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