Montag, 2. April 2012

Kommentar zu "Die letzte Ruferin" in der MAZ vom 3.4.12

Die am 2.4.12 von der ARD ausgestrahlte Dokumentation "Der Sturz - Honeckers Ende" und der anschlienßende Artikel in der Märkischen Allgemeinen offenbaren aus meiner Sicht drei Dinge. Zum ersten hat es Frau Honecker bis heute nicht begriffen, dass sie selbst, ihr Gatte Erich Honecker sowie die Führungsriege um diese beiden es waren, die das sozialistische Experiment namens DDR an die Wand gefahren haben. Zweitens wurde deutlich, dass man in der jetzigen deutschen Republik nicht davor zurückschreckt, Menschen als Helden und Opfer darzustellen, die die DDR völlig verantwortungslos unter Zurücklassung der EIGENEN Kinder verlassen wollten und zum Teil auch verlassen haben und denen nach heutigen Massstäben genauso das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen worden wäre, wie in der DDR. Und drittens wird anhand der Äußerungen von Herrn Schroeder wieder einmal deutlich, dass man wohl auch nicht in der Lage ist, zu erkennen, warum die DDR "in den Köpfen der Ostdeutschen noch nie so lebendig wie heute" war. Und das mit großer Wahrscheinlichkeit nicht nur bei den "harten DDR-Symphatisanten" oder der "SED-Kaste". Vielleicht wäre es vernünftiger, auf das endlose Diskreditieren eines untergegangenen Staates zu verzichten und sich stattdessen darauf zu konzentrieren, den Menschen im Osten der Bundesrepublik das Gefühl zu nehmen, über zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands immer noch Deutsche zweiter Klasse zu sein.
 

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